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nächster Halt – Zukunft

Nik | 24 | Deutsche Sporthochschule Köln | B.A. Sportjournalismus | schreiben. filmen. fotografieren. posten.

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aug 2011 – aug 2012 | durbanville children’s home | kapstadt | südafrika

Schule fertig – was nun?  Eine Frage, die sich vermutlich viele in dieser Lebensphase stellen. Für mich war es eine ziemlich klare Angelegenheit – erst einmal weg – weit, weit weg und hinaus in die Welt. Ein Jahr Südafrika sollte es sein. Jetzt, wo ich so darüber nachdenke, weiß ich nicht einmal mehr wieso. Egal,  ich hätte zu diesem  Zeitpunkt wahrscheinlich alles unterschrieben. Wichtig war mir einzig und allein der Wunsch danach,  etwas sinnvolles zu tun. Etwas wovon sowohl andere, als auch ich profitiere. Etwas soziales eben.

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Im Durbanville Children’s Home lebten während meines Freiwilligendienstes ca. 150 Kinder. Unter ihnen viele, die sowohl körperlich als auch geistig beeinträchtigt waren & in ihrem noch jungen Leben bereits traumatische Erfahrungen machen mussten – genau hier wollte ich hin. Zunächst bestand die Arbeit darin, die Kids nachts im Auge zu behalten oder sie tagsüber zu betreuen, mit ihnen zu spielen, zu lernen oder einfach nur zu quatschen. Apropos quatschen: Gar nicht so einfach, wenn die Sprache plötzlich Afrikaans heißt. Dem ein oder anderen Jungen oder Mädchen kam das natürlich gelegen, um  einen unerfahrenen Volontär auf die Schippe zu nehmen. Die Rechnung hatten sie allerdings ohne mich gemacht. Als treuer Besucher der niederländischen Nachbarschaft & Enkel einer Frau, deren Muttersprache das niederrheinische Plattdeutsch ist, konnte ich auf Anhieb mehr verstehen, als sie sich gewünscht hätten.

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Umso länger ich vor Ort war, desto weniger kritische Blicke bekam ich von den Angestellten des Kinderheims zugeworfen. Sie konnten sich sogar an meinen Namen erinnern. Das Vertrauen und die Verantwortung stiegen gleichermaßen. Ich durfte die Kinder nun zur Schule oder zum Sport fahren, Lebensmittel-Spenden an den Supermärkten in der Umgebung abholen oder an Ausflügen mit den Kids zu Fabriken, Bauernhöfen oder Stränden teilnehmen – ich war angekommen.

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Neben dem Arbeitsalltag hatte ich die Chance, der schönsten Nebensache der Welt nachzugehen – Fußball. Ich trainierte die Kinderheim-Kids im Alter von 12-17 Jahren zwei Mal in der Woche und fuhr am Wochenende mit ihnen zu ihren Spielen. Durch eine Zusammenarbeit mit der Organisation Amandla EduFootball, hatte unsere Mannschaft nämlich die Möglichkeit, an einer Kinderheim- & Township-Liga teilzunehmen. In den Spielen zählten allerdings nicht nur die erzielten Tore. Auch Fairness, Teamgeist und andere soziale Komponenten flossen in die Spielbewertung mit ein.

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Nicht nur im Kinderheim rollte der Ball während meiner Zeit in Südafrika. Cozmore, ein befreundeter Sozialarbeiter des Durbanville Children’s Home, nahm den Rest der Volunteers und mich regelmäßig mit in das nahe gelegene Township Klipheuwel. Dort kickten wir mit den Kindern, verteilten hin & wieder Lebensmittel oder versuchten, ihnen den richtigen Umgang mit  Laptops oder Computern zu vermitteln.

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Eine andere Welt als die, die ich fast täglich im Kinderheim erlebte, geschweige denn zu Hause in Deutschland – kein fließendes Leitungswasser, kein warmes Bett. Dafür jedoch ein vorbildlicher Sinn für Gastfreundschaft, eine deutlich spürbare Hoffnung & eine Menge Optimismus – genau hier wollte ich hin.

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Neben der Arbeit mit den Kindern, durfte die Freizeit natürlich nicht fehlen. Bei ca. 30 internationalen Freiwilligen aus allen Teilen der Welt sollte die mehr oder weniger sinnvolle Gestaltung der freien Zeit kein Problem darstellen. Wir wollten die verschiedenen Seiten des Landes entdecken und die vielseitige Kultur kennenlernen. Wann immer es sich anbot,  fuhren wir also mit unserer gemieteten Klapperkiste, einem uralten Ford, die Küste entlang. Zum ersten Mal in meinem Leben sah ich Wale, Delfine und Pinguine in freier Wildnis. Sogar Kühe waren dabei…

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Rückblickend kann ich inzwischen sagen, dass es dieses Auslandsjahr fernab von meiner Familie und dem gewohnten Umfeld eine Zeit war, die mich zu einem anderen Menschen gemacht hat. Einem offeneren Menschen mit mehr Visionen & Träumen. Visionen & Träume, die ich ausleben will, sowohl beruflich als auch privat – nikswielos…


Ihr wollt wissen wo ich aktuell bin? – folgt mir auf Instagram! nikswielos. 

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RioMaNiacs – gemeinsam mit meinem blinden Partner Marcel W. bildete ich vor und während der Paralympics 2016 in Rio de Janeiro das inklusive Reporterduo "RioMaNiacs". Initiatoren des Projekts waren die Aktion Mensch, die Deutsche Telekom sowie der Deutsche Behindertensportverband.

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