klausurenphase.

An alle Studenten und Studentinnen, alle Schüler und Schülerinnen – nikswielos.

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Der Wecker klingelt. Im Zimmer ist es arschkalt. 8 Uhr. Ein Blick nach draußen – grau. Kopf – voll. Ein ganz normaler Tag – Klausurenphase eben. Das Wetter ist gar nicht grau? Es wirkt trotzdem so – Nachwirkungen der Realität.

Genau betrachtet trifft der Begriff „Klausurenphase“ gar nicht den Punkt allen Übels. Neben den Klausuren verbindet wohl die Mehrheit aller Studenten und Studentinnen, Schüler und Schülerinnen noch eine Hand voll weiterer Aspekte mit diesem grässlichen Zeitraum am Ende eines jeden Semesters oder Schuljahres. Da wären zunächst einmal die Vorsätze für das neue Jahr. Ein Jahr in dem alles, wirklich alles, besser werden soll. Ähm. Kurze Frage: Zeit? Man betrachte die einem zur Verfügung stehende Zeit während der Klausurenphase als ein Kuchendiagramm, unterteilt in folgende Kategorien: Lernen & Leben – merkst du selbst, oder? Wie zum Teufel soll es also möglich sein, seine Vorsätze zu erfüllen?

Mehr Sport: Minus – keine Zeit

Bessere Noten: Minus – zu viel Lernstoff

Healthy food: Minus – dein Ernst?

Neben den zum Scheitern verurteilten Vorsätzen, die glücklicherweise nicht unbedingt umgesetzt werden müssen, hatte man logisch betrachtet auch ein halbwegs funktionierendes Leben vor ihrer Formulierung, gibt es einen weiteren Aspekt, der die Klausurenphase zu einem natürlichen Feind der Menschheit macht: Es soll tatsächlich Leute geben, die nicht mit ihr zu kämpfen haben. Personen, wie dich und mich. Leute, die sich sogar im eigenen Umfeld aufhalten und nur darauf warten, es dir unter die Nase reiben zu können – arbeitende Freunde und Freundinnen oder nervige Eltern, die gerade jetzt einen unbändigen Drang danach verspüren längst vergessene Whatsapp-Gruppen zu beleben, spannende Geschichten teilen zu wollen, oder wertvolle Tipps erwarten – ciao Konzentration.

Die hinterlistigsten Komplizen der Klausurenphase sind jedoch andere. Es sind die Traveller und Influencer unter uns. Es sind die, die augenscheinlich genau in diesem Moment ein Leben leben, dass man sich bei aller Gutmütigkeit am meisten selbst gönnt. Atemberaubende Landschaften, spannende Aktivitäten und ein #foodporn nach dem anderen. Ähm. Kurze Frage: Wer genau möchte das sehen? Hinzu kommen Reaktionen des eigenen Körpers – Stresspickel, kribbelnde Fingerspitzen, zuckende Muskeln, Sodbrennen aufgrund des übertriebenen Koffeinkonsums, Kraftlosigkeit oder einfach nur Müdigkeit. Dazu dieses erdrückende Gefühl. Eine Art dunkler Macht, die es einem verbietet aufzustehen, wenn der Wecker klingelt. Der Lord Voldemort unter den Lernenden, der die eigene Hand immer wieder auf den Homebutton des Smartphones führt.

Schluss damit – nikswielos.

Alles papperlapapp. Wie viele Prüfungen in unserem noch jungen Leben haben wir bereits gemeistert? Das Seminar mit dieser schrecklichen Lehrkraft, die einem das Gefühl gab, auf ihrer Hassliste ganz oben zustehen. Das vorerst letzte Gespräch mit dem Ex-Partner oder der Ex-Partnerin bevor sich die Wege endgültig trennten. Der erste Arbeits- oder Praktikumstag, der einen vor Nervosität fast zugrunde gehen ließ. Oder eine der vielen weiteren alltäglichen Prüfungen, die wir einfach hinter uns gebracht haben, weil es so sein musste.

Hätten wir all diese kleinen und großen Tests des Lebens, als Klausur, Referat oder Hausarbeit bezeichnen können, würden wir uns wohl heute noch vor der Lehrkraft fürchten, wären wir nach wie vor unglücklich mit der Partnerin oder dem Partner von damals zusammen und würde die Zahl unserer Praxiserfahrungen, noch heute, sehr dürftig ausfallen. Konnten wir aber nicht – gut so!

Schon einmal darüber nachgedacht, die Vorsätze während der Klausurenphase eventuell hier und da etwas umzuformulieren? Zu improvisieren, um am Ende vielleicht doch einige der gesteckten Ziele abhaken zu können? Mal unter uns: Lernen ist Denksport, Verstehen ist an der ein oder anderen Stelle sicherlich mehr wert als bessere Noten und Schokolade hat, soweit ich weiß, noch nie jemanden umgebracht. Und siehe da, schon ist das Erreichen der formulierten Vorsätze gar nicht mehr so weit weg und das neue Jahr hat immer noch die Chance das beste „ever“ zu werden.

Kann es eigentlich sein, dass die Whatsapp-Gruppen vor der Lernphase gar nicht so leblos waren, wie es dir jetzt erscheint? Ist es möglich, dass du den Traveller-Profilen genau aus dem Grund folgst, um täglich an ihren wahnsinnigen Erlebnissen teilhaben zu können, um dich inspirieren zu lassen, um zu träumen? Vielleicht bist du momentan einfach nur von dir selbst genervt – Kein Ding, das geht vorbei.

„Stresspickel ade“ ist das Motto der Stunde. Denn sind wir mal ehrlich: Am Ende geht es doch immer irgendwie gut.

Genug – ich sollte lernen.

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