wirschreibendasjahr2050.

nikswielos_2050

Wir schreiben das Jahr 2050 – meine Autobiographie wurde gerade veröffentlicht…

| fiktives Interview |

Nikswielos – er nahm es beim Wort

Ein junger Mann erstellt eine Internetseite, verpasst ihr einen Namen, mit dem er sich identifiziert und sammelt dort Publikation für Publikation und Station für Station – keine besonders innovative und kreative Geschichte, möchte man meinen. Bei Niklas Klütsch, renommierter Online-Journalist und Buchautor, fing jedoch genau so alles an. Ein Gespräch über eine kürzlich erschienene Autobiographie, Träume und Visionen sowie die Erfüllung einer Herzensangelegenheit.

Interview: 05.05.2050

Herr Klütsch, vor wenigen Wochen wurde Ihre Autobiographie veröffentlicht. Was bedeutet Ihnen dieses Werk?

Es ist das Ziel einer langen Reise. Schon als junger Mann träumte ich davon, mein Leben eines Tages schwarz auf weiß zu Papier zu bringen – Papier, übrigens eine Rarität in der heutigen Welt, die am Höhepunkt der Digitalisierung angelangt ist. Nun ja, auch wenn ich rückblickend nicht jede Entscheidung in meinem Leben als Journalist gutheißen kann, so ist es mir heute dennoch möglich, zu behaupten, dass ich meine Visionen zu weiten Teilen umgesetzt habe – ganz nach meinem persönlichen Motto „Nikswielos“.

Nikswielos – wie kamen Sie damals zu diesem Namen und was bedeutet er Ihnen in Bezug auf Ihr bisheriges Leben?

Lassen Sie es mich einfach erklären: Der Name „Nikswielos“ entstand mehr oder weniger aus einem recht simplen Wortspiel. Ich wurde seit jeher von Hinz und Kunz mit dem Spitznamen „Nik“ angesprochen. Als ich im Jahre 2016 meine erste Website auf die Beine stellte, strotzte ich nur so vor Motivation und Tatendrang. Ich wollte einfach nur los in die Welt, um mich kreativ auszuleben. So kam ich damals zu diesem Namen. Dass er allerdings über so viele Jahre präsent sein würde, hätte ich kaum für möglich gehalten.

Der Buchkritik ist zu entnehmen, dass Sie bei der Erstellung Ihres Werkes vor allem der Authentizität und Offenheit Ihrer Texte hohe Beachtung schenkten. War es Ihnen ein wichtiges Anliegen, dass sich die Leser und Leserinnen in besonderem Maße in Ihr Leben hineindenken können?

Schon immer spielten Authentizität und Offenheit in meiner Arbeitsweise eine sehr große Rolle. Wie auch sonst sollte ich es schaffen, bei den Rezipienten meiner Arbeiten Emotionen zu entfachen – sie zu begeistern, zu berühren und sie vor allem zum Lesen und Nachdenken zu animieren. Es freut mich besonders zu hören, dass mir dies auch mit meiner Autobiographie gelungen ist. Es wäre mir allerdings lieber, Sie hätten mich an dieser Stelle auf meinen außergewöhnlichen Schreibstil oder die besonders gut konzipierte Gliederung des Buches angesprochen.

So kennen wir Sie, ehrlich und direkt. Aber auch diese Aspekte werden von den Kritikern überwiegend als sehr positiv bewertet. Ich möchte jedoch auf einen anderen Punkt hinaus. Ihr Faible für soziales Engagement zieht sich unverkennbar durch Ihr Leben. Können Sie das erklären?

Als Schlüssel für diese Entwicklung sehe ich den von mir absolvierten Freiwilligendienst in Südafrika während der Jahre 2011 und 2012. Damals, nach Beendigung meines Abiturs, trieb mich irgendetwas in mir an – ich wollte unbedingt in ein Entwicklungsland reisen, um dort Menschen zu helfen. Vor meiner Ausreise war das jedoch einzig und allein eine Idee. Als ich dann dort war – ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen – gestaltete sich die Arbeit zunächst nicht ganz so leicht, wie ich sie mir vorher ausgemalt hatte. Da waren die anfängliche Sprachbarriere, das fremde Umfeld und der fehlende, direkte Rückhalt der Familie. Mit der Zeit wurde mir jedoch bewusst, was ich für ein Glück hatte. Ich durfte am anderen Ende der Welt, in Kapstadt, sein und Kindern helfen. Kindern, mit denen es das Schicksal nicht so gut gemeint hatte wie mit mir. Im Jahre 2016 dann das inklusive Reporter-Projekt, im Rahmen dessen ich mit einem blinden Partner zu den Paralympics 2016 nach Rio de Janeiro reisen durfte. Es war eine sehr prägende Zeit, in der ich durch die positive Lebenseinstellung meines Reporter-Kollegen und allen paralympischen Athleten und Athletinnen viel Kraft sammeln konnte. Dass ich heute, mit Hilfe meiner eigenen Stiftung, Kinder aus schlechten Verhältnissen für den kreativen Umgang mit Sprache begeistern darf, ist ein wahres Geschenk und die Erfüllung einer Herzensangelegenheit.

Ein kreativer Umgang mit Sprache – die Seltenheit in der heutigen Zeit?

Das würde ich so nicht sagen. Natürlich hat sich, wie alles andere, auch die Sprache weiterentwickelt. „Kurz und knackig“ ist das neue „ausführlich“. Dies liegt vermutlich an der Entwicklung im Netz. Ob Post, Tweet oder Nachricht – je kürzer, desto besser. Vorbei sind die Zeiten, in denen man sich besonders viel Zeit für harmonisch klingende Formulierungen genommen hat. Ich würde den Leuten heutzutage jedoch keinesfalls ihre Kreativität absprechen. Wichtig ist einzig und allein die Auseinandersetzung mit Sprache und Kommunikation. Dies wollen wir den Kindern vermitteln.

Autobiographien werden nicht nur positiv aufgenommen. Auch in Ihrem Fall ist von Seiten der Buchkritiker von einigen uninteressanten und unnötigen Passagen die Rede. Was entgegnen Sie den Leuten die Ihnen vorwerfen, es nur des Geldes wegen gemacht zu haben?

Zunächst einmal kann ich die Kritiker beruhigen. Hätte ich wirklich mein gesamtes Leben niedergeschrieben, wären wohl noch mehr uninteressante Passagen zu finden gewesen. Jeder Mensch sollte Träume, Visionen und Ziele haben. Eines meiner Ziele war es schon immer, dass sich die Leute an mich erinnern. Sollte ich es nicht in die Köpfe der Menschen geschafft haben, dann doch zumindest in ihre Bücherregale.

So kann es laufen, muss es aber nicht…

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s